Protokoll eines Koffeinentzugs

Nachdem ich ein Jahr ohne Koffein gelebt hatte, wurde ich für ein halbes Jahr durch einen Job ins Tal der Kaffeetrinker befördert (täglich 2-4 Tassen im Büro). Anschließend verzichtete ich von einem Tag auf den Anderen wieder auf das Suchtmittel. Hier schildere ich meine Erfahrungen.

Das Protokoll eines Koffeinentzugs:

Tag 1: Dies ist der erste Tag nach meiner 6-monatigen Tätigkeit.

Er beginnt mit einem Vortrag, welche von einem gemeinsamen Frühstück ergänzt wird. Die Super-Barista-Kaffeemaschine lächelt mich an und ich trinke noch einen Cappuccino. Eine sehr gute Wahl, da er perfekt zubereitet war. Den restlichen Tag trinke ich nur noch Vitamin Water ® von Coca Cola und spüre dank des Cappuccinos bis zum späten Nachmittag keine besondere Müdigkeit. Am Abend werde ich sehr früh müde und gehe gegen 22:00 Uhr ins Bett. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht daran gedacht, dass ich in den folgenden Tagen einen Koffeinentzug live erleben darf.

Tag 2: Ich konnte ausschlafen, was ich auch tat.

Ich fühlte mich sehr schlapp und drehte mich immer wieder im Bett um. Gegen 11:30 Uhr schaffte ich es endlich aufzustehen, wenn ich mich auch nicht fit fühlte. Nach einem kleinen Frühstück und einer Dusche, war ich gegen 13:00 Uhr bereit für den Tag. Mich plagten intensive Kopfschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein. Ich war sehr leicht reizbar und nicht gerade diejenige, die die Sonne ausstrahlte. Mir wurde langsam klar, dass es am Koffeinentzug liegen musste.

Ich fühlte mich so down, dass ich etwas dagegen tun musste. Also gönnte ich mir einen halben Liter Cola. Als hätte ich Weihwasser gegen Vampire eingesetzt, so bekämpfte die Cola auch schnell meine Kopfschmerzen.

Ich fühlte mich gleich deutlich besser, weil ich mir selbst einen weiteren Schuss Koffein verpasst hatte. Der Rest des Tages wurde mit Lesen und TV verbracht, da eine Flasche Cola (Anm. D. Redaktion: 50mg in 0,5l) nicht die circa 3-4 Tassen Kaffee, welche ich gewohnt war, ersetzen konnten (Anm. D. Redaktion: 0,6l Filterkaffee enthält bis zu 600mg Koffein). Obwohl ich am Morgen so lange geschlafen hatte, schlief ich schnell und gut ein.

Tag 3: Es geht aufwärts.

Heute schlief starte ich den Tag damit, mein Auto von Schnee zu befreien und anschließend ein leichtes Frühstück zu verzehren. Während ich mich schon deutlich besser als am Tag zuvor fühle, merke ich doch, dass ich noch ein wenig unausgeglichen bin. Ein leicht brummender Schädel, wie nach einem Kater, begleitet von leichter Nervosität stellen noch immer ein leichtes Handicap dar. Mir wird allerdings schon jetzt klar, dass ich mich langsam und sicher von dem Stoff löse.

Tag 4+: Das Thema Koffein ist langsam wieder aus meinen Gedanken verdrängt.

Cola, Kaffee und Energy-Drinks lehne ich dankend ab und fühle mich auch so ausgeglichen. Ich entdecke meine Leidenschaft für gutes Müsli wieder und verzehere dieses, anstatt eines Franzbrötchens. Abends verspüre ich ab und and den Drang eine Karotte zu essen oder mir eine Zitrone in Wasser auszupressen – warum auch immer. Nach einer weiteren Woche hat sich auch das Gegeben und ich stehe früher auf, fühle mich fitter und verspüre sogar eine kleine Abneigung gegenüber Koffein.

Fazit

Eine Woche nach meinem Koffeinentzug fühle ich mich wieder top. Ich hoffe der Erfahrungsbericht mit Happy-End war interessant für dich. Auch wenn Koffeinentzug ein sehr banales Thema ist, so habe ich gemerkt, dass es sich bei Koffein um einen Suchtstoff handelt, der echte Entzugserscheinungen hervorruft. Selbst nach 6 Monaten moderaten Konsums.

Protokoll eines Koffeinentzugs
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