Faszination Koffein

Koffeinmolekül und Kaffebohnen in Petrischale

Shawn Hempe | Dreamstime.com

Inhalt

1) Geschichte des Koffeins
2) Wirkungen von Koffein
3) Was passiert bei Überdosis / Koffeinschock?
4) Koffeinsucht und Entzug
5) Koffeinunverträglichkeit Symptome
6) Koffeingehalt in Getränken
7) Koffeintabletten und Ihre Wirkung

 

1) Zur Geschichte des Koffeins

Koffein besonders in Form von koffeinhaltigen Getränken wie Tee und Kaffee zu sich zu nehmen, ist eine uralte Kultur. Wahrscheinlich stammt der Brauch ursprünglich aus dem arabischen Raum. In Europa wurde das Getränk Kaffee dann erst im 17. Jahrhundert populär, avancierte aber schnell zum Mode- und Volksgetränk. Echten Kaffee konnten sich damals nur die reicheren Menschen leisten. Die Armen versuchten deshalb sich einen Ersatzkaffee aus Malz und Zichorie zu brauen, diese Getränke waren natürlich ohne den Inhalt von Koffein und auch geschmacklich nicht vergleichbar. Ein echter Bohnenkaffee war zum Beispiel auch während und nach dem Zweiten Weltkrieg etwas ganz besonderes und heiß begehrt.
Tee enthält ebenfalls Koffein und zwar in Form von Teein, er wird aber als gesünder angesehen als der Kaffee, vielleicht aufgrund der verzögerten Wirkungsweise des Teeins, dieses wird nämlich erst im Darm und nicht wie beim Kaffee schon im Magen resorbiert.

Koffein als Stimulans ist besonders auch bei Nachtarbeitern beliebt, da es das Schlafzentrum beeinflusst. Man kann durch den Konsum länger wach bleiben. Außerdem regt es den Gedankenfluß an und hat einen positiven Einfluss auf das Kurzzeitgedächtnis.

Das Koffein als Droge wurde in manchen Zeiten etwas misstrauisch betrachtet wie alle Drogen. Kaffeestuben als Brutstätten des Geistes waren der Obrigkeit zeitweise ein Dorn im Auge. Manche haben das Koffein regelrecht verteufelt und als schädlich für die Gesundheit angeprangert. Aufgrund von vielen sich zum Teil leider widersprechende Studien zum Koffein gilt eine Schädlichkeit bei moderatem Konsum heute als wissenschaftlich nicht erwiesen.

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2) Die Wirkung von Koffein

Das Koffein gehört chemisch zu den Alkaloiden, es ist farb- und geruchlos und schmeckt bitter. Bei starker oder länger dauernder Anstrengung produziert der Körper Adenosin. Das gibt dem Gehirn das Signal Erschöpfung und man wird müde. Der Körper soll so vor Überanstrengung geschützt werden. Das Koffein wirkt auf das zentrale Nervensystem indem es die Adenosin Rezeptoren  in den Nervenzellen blockiert, so dass das Adenosin nicht mehr andocken kann. Deshalb wird dem Gehirn über die Nerven kein Signal für Müdigkeit gegeben und man kann weiter arbeiten ohne einzuschlafen. Wie bei allen Aufputschmitteln besteht hier auch die Gefahr der Überreizung und Übermüdung. Anders als Amphetamine erzeugt Coffein aber keine beziehungsweise nur eine leichte euphorische Wirkung.
Auf die Rezeptoren der Magenschleimhaut wirkt das Koffein so ein, dass vermehrt Magensäure gebildet wird. Empfindliche Personen tendieren dann zu Sodbrennen, in schlimmen Fällen entwickelt sich sogar eine Gastritis.
Koffein soll auch bei der Fettverbrennung helfen und schlank machen und ist in vielen Diätpräperaten enthalten. Das kann auch auf die gesteigerte Tätigkeit durch vermehrte Wachheit zurück zu führen sein. Denn wissenschaftlich gesehen wurde die Theorie, dass Koffein wirksam bei der Gewichtsreduktion helfen kann nicht bestätigt.
Mittelfristig (schon nach einer Woche regelmäßigem Konsum) gewöhnt sich der Körper an das Suchtmittel und wird durch Koffeinkonsum nur auf ein Wachheits- und Leistungsmaß gebracht, welches eine Vergleichsperson ohne Koffeinkonsum erreicht.

Jeden Tag Kaffee zu trinken erhöht langfristig nicht die Leistungsfähigkeit, sondern macht einen leistungsschächer ohne Kaffee. Ein Entzug dauert in der Regel weniger als 10 Tage und deshalb ist Koffein eins der ungefährlichen Suchtmittel. Ein Grund für den relativ schnellen Entzug ist, dass Koffein nicht direkt Glückshormone erzeugt, wie die meisten anderen Suchtmittel.

2.1) Die pharmakologische Wirkung von Koffein

Koffein wird aufgrund seiner die Durchblutung verändernden Wirkung als Arzneimittel eingesetzt. Es fördert die Durchblutung in den Organen, da es dort die Gefäße erweitert, während die Gefäße im Gehirn verengt werden. Koffein ist ein wird zum Beispiel auch eingesetzt als Gegenmittel bei Schlafmittel- oder Nikotinvergiftung.

Positive Effekte hat Koffein auch bei normalen Kopfschmerzen sowie bei Asthma und Allergien. Es wird auch eingesetzt als Kreislaufmittel und bei leichter Herzschwäche.

Bei sportlichen Leistungen konnte unter Einfluss von Koffein die Leistungsfähigkeit signifikant gesteigert werden. Koffein fällt deshalb unter die Dopingmittel und sein Einsatz ist im sportlichen Wettkampf verboten. Das gilt natürlich nicht für die Tasse Kaffee zum Frühstück.

Koffein soll auch das Haarwachstum positiv anregen. Es ist noch ein Problem den Wirkstoff in signifikant hoher Dosierung gezielt zu den Haarwurzeln zu transportieren. Hier kann dann die in verschiedenen Studien schon nachgewiesene Wirkung einsetzen.

2.2) Wirkung von Koffein auf den Schlaf

Die Empfindlichkeit gegenüber Koffein ist unterschiedlich ausgeprägt, nicht zuletzt ist es eine Frage der Gewöhnung. Personen die nicht an Koffein gewöhnt sind, sollten abends den Genuss meiden, damit es nicht zu Schlafstörungen kommt. Die individuelle Verträglichkeit und Wirkung ist aber sehr unterschiedlich. Viele Menschen trinken abends noch gerne eine Tasse Kaffee zur Beruhigung und schlafen danach ausgezeichnet, das muss dann jeder selbst ausprobieren. Generell wird dem Koffein zugeschrieben, dass es die Schlafqualität herabsetzt, da es unter seinem Einfluss zu stark verkürzten Tiefschlafphasen kommt, die wiederum für einen erholsamen Schlaf am wichtigsten sind (mehr zu Schlafphasen hier).

2.3) Die Wirkung von Koffein auf unsere Psyche

Koffein gilt auch als eine legale Psychodroge. Man hat den Eindruck wacher zu sein und sich besser konzentrieren zu können, da es anregend auf das zentrale Nervensystem wirkt. Diese Anregung führt aber bei einigen empfindsamen Personen auch zu Angstzuständen (siehe auch Albträume). Deshalb sollten Menschen mit psychischen Problemen vorsichtig mit Koffein sein.
Die Tasse Kaffee mit ihrer anregenden Wirkung ist gerade in der Arbeitswelt verbreitet als Pausenfüller, zur Strukturierung des Tages und zur Bekämpfung kleiner Leistungstiefs. Die Müdigkeit wird allerdings nur eine Zeit lang unterdrückt, es findet keine richtige Erholung statt.
Das Koffein wird auch zur Anregung der Geselligkeit geschätzt, man denke nur an das Kaffeekränzchen zur Stimulierung anregender Gespräche. Zusammen einen Kaffee zu trinken hat eine starke soziale Komponente. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl, eine Auszeit zu nehmen und einen Kaffee zu konsumieren. Hierbei genießt man gemeinsam die entstehenden angenehmen Gefühle. Heißgetränke wirken generell anregend, auch ohne Koffein. Durch die Stimmungsaufhellung beim Koffeinkonsum gilt es auch als Mittel gegen leichte Depressionen.

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3) Was passiert bei einer Überdosis an Koffein?

Bei Überdosierung von Coffein kann es zu Herzklopfen, zitternden Händen und seelischer Erregung kommen. Die Feinmotorik kann ebenfalls beeinträchtigt sein. Einige berichten sogar von halluzinatorischen Zuständen und starken Angstzuständen. Eine extreme Überdosierung führt im schlimmsten Fall zum Tod. Hierzu müsste man je nach Konstitution allerdings eine Dosis von 10 g reines Koffein abbekommen, das entspricht je nach Stärke ca. 100 Tassen Kaffee.

Unter Koffeinschock versteht man wohl landläufig die verstärkten Symptome einer Überdosierung von Koffein, man berichtet von starken Erregungszuständen bis hin zu Delirium und Krämpfen. Symptome bzw. Anzeichen für einen Koffeinschock finden sich nach der Einnahme einer ungewöhnlich hohen Dosis Koffein in einem allgemeinen Unwohlsein bzw. überhöhter Nervosität. In der Regel ist dies keine Vergiftung, sondern eine Überaktivität des Nervensystems. Später wird es eine umso heftigere Abklingphase mit starker Müdigkeit geben.
Im Zweifelsfall sollte ein Arzt konsultiert werden. Koffeinschock wird auch als Coffeinismus bezeichnet.

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4) Koffeinsucht und Entzugserscheinungen

Der Koffeinsüchtige wird naturgemäß viele koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen und sich schlechter fühlen, wenn er diese nicht oder nicht in ausreichender Menge erhält. Je nach Suchtstärke reichen die Reaktionen von Unlustgefühlen über leichte Depressionen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Oft wird von Kopfschmerzen bei Entzug berichtet.
Koffein gilt als eine legale Droge. Die Abhängigkeit äußert sich wie bei anderen Drogen in der Toleranz gegen den Wirkstoff. Das heißt man wird mit zunehmendem Konsum immer unempfindlicher gegenüber dem Koffein.  Trinkt man zum allerersten Mal eine Tasse sehr starken Kaffee spürt man vielleicht noch Herzklopfen oder die Hände zittern leicht. Trinkt man jeden Tag mehrere Tassen gibt sich das schon nach etwa einer Woche.

Ist ein Mensch an Koffein gewöhnt bringt der Entzug bestimmte Symptome wie Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit mit sich. Bei Koffeinentzug kommt es häufig zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Konzentrationsstörungen. Nicht zu unterschätzen ist auch die psychische Abhängigkeit von der gemütlichen, geselligen Tasse Kaffee als Genussmittel.

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5) Symptome einer Koffeinunverträglichkeit

Verträgt ein Mensch kein Koffein kommt es schon bei geringer Dosierung zu ähnlichen Symptomen wie bei einer Überdosierung. Insbesondere Kinder sollten kein Koffein zu sich nehmen, sie sind wesentlich empfindlicher auf die Wirkungen. Bei ihnen kann schon eine Dosis von 5 g tödlich wirken. Die beschriebenen Symptome einer Überdosierung zeigen sich bei Kindern schon in geringer Dosis. Noch viel empfindlicher sind naturgemäß ungeborene Kinder. Schwangeren wird deshalb generell zur Vorsicht beim Konsum von Koffein geraten. Bei maximal einer Tasse Kaffee am Tag ist allerdings bisher keine erhöhte Fehlgeburtenrate diagnostiziert worden.

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6) Koffeingehalt in Getränken

Koffeingehalte von Cola 10mg, Grünem Tee 10mg, Red Bull 32mg und Kaffee mehr als 65mg

Die Grafik zeigt die Koffeingehalte von Cola, RedBull, Kaffee und grünem Tee im Überblick. Die genannten Marken sind Eigentum Ihrer Hersteller und stehen nicht mit uns in Verbindung.

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Mehr erfahren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Coffein
http://moeffju.net/slides/caffeine-productivity.html#slide1

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