Albträume bei Kindern

Ab etwa dem zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder Fantasie und sind durch Erlernen der Sprache in der Lage, Erlebnisse mitzuteilen. Mit dieser Entwicklung geht auch die rasche Exploration der Umgebung einher. Kinder werden ständig mit neuen Situationen konfrontiert, knüpfen Kontakte und sind begierig auf das Erforschen und Erlernen. Doch oft werden Kinder durch diese vielen Veränderungen von Albträumen geplagt. Jedes zweite Kind durchlebt im Alter zwischen zwei und zehn Jahren eine Phase, in der schlechte Träume vermehrt auftreten.

Süße Träume. Cory Thoman | Dreamstime.com

Süße Träume. Cory Thoman | Dreamstime.com

Wenn Ihr Kind nachts schreiend oder weinend aufschreckt, hat es vermutlich einen solchen Traum erlebt. Da kleine Kinder noch nicht den Unterschied zwischen Fantasie und Realität kennen, reagieren sie besonders emotional auf Albträume. Oft erinnern sie sich besonders genau an Geträumtes und können auch noch nach Tagen oder Wochen von diesen schrecklichen Erlebnissen berichten.

Da ist besondere Zuneigung der Eltern gefragt. Körperliche Nähe und Schutz sind das beste Heilmittel gegen schlechte Träume. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie für es da sind und es mit seinem Leid ernst nehmen. Doch sollten Sie darauf achten, das begehrte Verlangen der Kleinen, zur Sicherheit im Elternbett zu schlafen, zu keiner Gewohnheit machen. Für akute Probleme ist diese Lösung sehr hilfreich, auf Dauer allerdings könnte Ihr Kind darauf bestehen, vorsorglich immer in Ihrem Schlafzimer zu nächtigen. Wirkungsvolle Möglichkeiten gegen Albträume können gewisse Rituale darstellen: eine warme Nachtlampe, das Lieblingsstofftier, ein selbstgebastelter Traumfänger oder ein Kuschelkissen können als nächtliche Beschützer dienen. So schläft Ihr Kind beruhigt ein und hoffentlich auch durch.

Sollten trotzdem weiterhin Albträume auftreten, kann es hilfreich sein, mit Kindern über die Trauminhalte zu sprechen. Oft werden schlimme Erlebnisse als weniger tragisch empfunden, wenn darüber gesprochen wurde. Auch empfehlenswert ist es, dem erfahrenen Traum ein anderes schönes Ende zu geben, also eine Geschichte mit Ihrem Kind zu erfinden, die glücklich ausgeht. Ein selbstgemaltes Bild über den Traum, das dann zerissen oder weggeworfen wird, ist ebenso hilfreich.

Ursachen für Albträume im Kindesalter können besonders vielfältig sein. Ein beängstigender Film oder eine Gruselgeschichte können genauso wie Erlebnisse des Vortages oder ein turbulenter Tagesausklang zu Albträumen führen. Kinder reagieren besonders starkt auf Reize und empfinden schneller Stress als Erwachsene. Streit im Kindergarten oder der Schule, Leistungsdruck oder eine neue Situation, etwa ein Umzug oder ein Schulwechsel können Albträume auslösen.

Auch wenn Ihr Kind Ihre eigenen Probleme mitbekommt, kann dies Stress auslösen. Sprechen Sie tagsüber mit Ihrem Kind über Erlebtes und geben Sie ihm die Möglichkeit, Probleme und Ängste mit Ihnen zu lösen. So werden diese nicht mit ins Bett genommen. Wenn Kinder aufgekratzt oder nachdenklich schlafen gehen, kann dies auch zu schlechten Träumen führen. Schaffen Sie abendliche Rituale, damit Ihr Kind ruhig und entspannt zu Bett geht. Eine Stunde vor der Schlafenszeit sollten Kinder kein Fernsehen mehr schauen, da diese Belastung verhindert, zur Ruhe zu kommen. Ruhige Musik, eine schöne Gute-Nacht-Geschichte, ein entspannendes Bad oder ein heißer Kakao garantieren eine friedliche Athmosphäre. Auch können Sie mit Ihrem Kind darüber reden, was es am folgenden Tag erwarten wird und was besonders schön werden wird. Über Nacht kann sich Ihr Kind darauf freuen, so bleiben schlechte Träume fern.

Vermeiden Sie, abends über Ängste und Probleme zu reden. Dafür ist am Tage Zeit zu suchen.Sollten sich die Albträume allerdings häufen und Ihr Kind Angst vor dem Zu-Bett-Gehen entwicken oder auch tagsüber von Ängsten durch Träume geplagt wird, sollten Sie darüber mit Ihrem Kinderarzt reden.  Ab und zu ein Albtraum stellt kein Problem dar, sollten diese allerdings immer häufiger auftreten, geht die sorgenfreie Entwicklung Ihres Kindes vor. Versuchen Sie sich in Ihr Kind  hineinzufühlen. Denken Sie wie Ihr Kind und sehen Sie die Welt durch seine Augen. Vielleicht öffnet das auch Ihre Augen für die Ursache wiederkehrender Albträume. Solch eine bewusst eingesetzte Empathie kann Ihnen nicht nur im Bereich Albträume helfen, sondern es hilft vor Allem dabei die Motivationen und Bedürfnisse Ihres Kindes besser zu verstehen, und schließlich optimal für sein Wohl zu sorgen.

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