Albträume

Jeder hat sie schon einmal erlebt, mancher erleidet sie häufiger und meist werden sie als unangenehm und qualvoll empfunden – wenn das Aufwachen aus einem Traum als Befreiung empfunden wird, wurde man von einem Albtraum heimgesucht. Doch diese können nicht nur lästig sein, sondern gefährden in vielen Fällen die Gesundheit. Die psychische Belastung eines Angsttraumes ist je nach persönlicher Wahrnehmung hoch und kann sich auch am nächsten Tag noch negativ auf Stimmung und Wahrnehmung auswirken. Die Regeneration des Körpers während der Schlafphase ist gestört und am Tage entsteht durch die Verabeitung des Traumes zusätzlicher Stress auf den Organismus. Treten solche Träume häufiger als einmal in der Woche auf oder beeinflussen die Träume stark das Wohlbefinden am Tag, sollte professionelle Hilfe gesucht werden.

Doch wie entsteht ein Albtraum, welche Personen sind besonders anfällig dafür und wie lassen sich diese Qualen behandeln? – Fragen, die sich viele Betroffene häufig nicht stellen, da Albträume als Allgemeinleiden und gesundheitsunschädlich verstanden werden.

Inhalt:

  1. Woher kommt der Begriff Albtraum?
  2. Wie Entsteht ein Albtraum?
  3. Wie weit verbreitet sind Angstträume?
  4. Wie können Albträume behandelt werden?
  5. Albträume bei Kindern

Woher kommt der Begriff „Albtraum“?

Das Phänomen bösartiger Träume ist kein neues, sondern beschäftig seit Jahrhunderten die Menschheit. Der Begriff „Albtraum“ stammt aus der germanischen Mythologie, in der man sich als Ursache für schlechte Träume kleine menschenähnliche Wesen vorstellte, die Schlafende in der Nacht heimsuchten. Diese sogenannten „Alben“ setzten sich laut Überlieferung auf die Brust der Menschen und erzeugten dadurch einen unangenehmen Druck. Daher wurde der Albtraum ursprünglich auch „Albdruck“ genannt. Auch der Begriff „Nachtschattengewächse“, früher „Nachtschadengewächse“, ist auf Albträume zurückzuführen. Diese, beispielsweise Kartoffel oder Tomate, wurden früher als Heilmittel gegen den „Nachtschaden“ eingesetzt.

Wie entsteht ein Albtraum?

Albträume kommen vor allem in der zweiten Hälfte des Schlafes, der REM-Phase (Schlafphasen sind hier erklärt) vor. Sie entstehen aus normalen Träumen und bilden meist eine unwahrscheinlich reale Situation ab, aus dessen Qualen man nicht oder nur sehr schwer entkommen kann. Haufige Themen sind Flucht, Tod, schwere Verletzungen und Leid oder das tiefe Fallen ins Bodenlose. Nur wer unmittelbar aus der Traumphase aufwacht, kann sich genau an durchlebte Gegebenheiten erinnern. Da der Körper das erlebte Alltagsgeschehen im Traum verarbeitet und in abgewandelter Form nochmals durchlebt, spiegeln auch Albträume Gefühle und besonders prägende Erlebnisse wider. Albträume gelten als Anzeichen von Krisensituationen oder psychischen Krankheiten.
Als Ursache sind sowohl genetische Veranlagungen sowie akute Motive zu sehen. Jüngste Studien haben bewiesen, dass die Anfälligkeit für Albträume unter eineiigen Zwillingen gleich hoch ist. Bei zweieiigen Zwillingen konnte dieses Phänomen allerdings nicht entdeckt werden. Somit wird die Veranlagung nur teilweise vererbt. Die zweite Ursache für Albträume sind belastende Alltagssituationen. Dabei ist Stress der häufigste Auslöser. Ebenso können schlecht verarbeitete Kinofilme und Fernsehserien, Schicksalsschläge im persönlichen Umfeld oder tragische Nachrichten zu Angstträumen führen. Unterdrückte Schuld, Angst oder Schwäche werden im Traum verarbeitet und werden meist erst dort als solche wahrgenommen. Auch traumatische Erlebnisse, etwa Unfälle, Vergewaltigungen oder Entführungen, die eine Posttraumatische Belastungsstörung bewirken, können vermehrt Albträume hervorrufen. Dabei reagieren Betroffene besonders starkt auf diese Träume, etwa mit Herzrasen oder Schockzuständen. Unbehandelt kann solch eine Störung lebenslang bestehen bleiben. Sensible, leicht reizbare oder ängstliche Menschen sind ebenfalls sehr anfällig für Albträume. Diese können Alltagsstress schwerer bewältigen, weshalb dieser im Traum verarbeitet wird. Auch können bei zahlreichen Medikamenten, beispielweise blutdrucksenkende Mittel, eine Form von Antidepressiva oder Medikamente gegen Parkinson, Albträume als Nebenwirkung auftreten.

Wie weit verbreitet sind Angstträume?

Fast Jeder wird im Laufe des Lebens ab und zu von Albträumen heimgesucht. Etwa 90 Prozent der Erwachsenen berichten von aufgetretenen schlechten Träumen in der Kindheit. Im Kindesalter zwischen sechs und zehn Jahren kommen Albträume geschlechterunspezifisch besonders häufig vor (#). Ab einem Alter von zehn Jahren sinkt die Zahl der unter quälenden Träumen leidenden stark ab. Jedoch sind ab diesem Zeitpunkt deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Jeder fünfte Deutsche leidet nach einer Umfrage der Apotheken Umschau mehrmals im Jahr unter Albträumen, darunter ein Viertel aller Frauen, aber nur sechzehn Prozent der Männer. Auch ältere Menschen werden besonders häufig durch Angstträume belastet: etwa 27 Prozent der über 70-Jährigen erleidet mehrmals im Jahr einen Albtraum. Besonders tragisch auch die Zahl derer, die ein- oder mehrmals qualvolle Träume erleben. Etwa fünf Prozent der deustchen Bevölkerung bestätigte diese häufige Regelmäßigkeit der Albträume.

Wie können Albträume behandelt werden?

Als einfachste Maßnahme der Bewältigung gestaltet sich die allgemeine Entlastung des Alltags. Ausgleich gegen Stress und genügend Entspannungsphasen sorgen für besseren Schlaf und weniger negative Gefühle. Eine ganzheitlich zufriedenere Grundstimmung stellt sich ein, die für höhere Lebensqualität und Achtung körperlicher Verlangen sorgt. Um diesen Effekt zu verstärken können professionelle Entspannungsmethoden und Stressbewältigungsprogramme angewandt werden. Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Meditation sowie Entschleunigung des Alltags und Schaffen ausreichender Pausen gelten als Möglichkeiten.
Sollten Albträume allerdings weiterhin bestehen bleiben, emphielt sich eine tiefe Beschäftigung mit den Inhalten des Traumes. Eine Möglichkeit bietet das intensive Vorstellen des Traumgeschehens während des Wachzustandes. Die direkte Konfrontation mit der im Traum empfundenen Angst in allen Einzelheiten schafft nach und nach eine Gewöhnung an ausgelöste Gefühle. Somit wird der Albtraum nicht mehr als ein solcher empfunden. Diese besonders effektive Methode wird allerdings von vielen Betroffenen vermieden, da der Albtraum auch im Wachzustand Qualen und Belastungen hervorrufen kann.
Eine weitere Maßnahme ist die sogenannte „Imagery rehearsal therapy“ (IRT). Diese wird besonders bei Personen angewendet, die immer wieder denselben Traum durchlaufen. Ziel ist es hierbei diesen Traum aktiv zu verändern. Das Traumgeschehnis wird zunächst aufgeschrieben und durch schöne Ereignisse abgeändert. Der somit ausgedachte positive Traum wird nochmals aufgeschrieben und täglich vom Betroffenen durchlaufen. Mit der Zeit geht das neu erdachte Traumerlebnis in das automatische Gedächtnis über und wird auch während des Schlafes in der Art durchlebt. Beispielweise können im Traum Verfolgte durch plötzliches Stehenbleiben und dem darauffolgendem Feststellen, dass der beste Freund hinter einem herläuft, den negativen Traum ins Positive abkehren. Somit wurde der Albtraum zu einem sorgenlosen, bis hin zu schönen Traum. Die besondere Effektivität dieses Verfahrens ist mehrmals wissenschaftlich bestätigt.

Ebenfalls der Effekt des „Klarträumens“ kann Linderung verschaffen. Dabei macht sich der Betroffene während des Schlafens bewusst, dass er den Albträum lediglich träumt und seine Inhalte nicht in der Wirklichkeit passieren. Dadurch ist er in der Lage, den weiteren Verlauf des Traumes selbstständig zu steuern und ins Positive hin zu verändern. Allerdings kann diese Variante nicht von allen Personen angewandt werden, da sich während des Schlafs nicht Jeder sein eigenes Träumen bewusst machen kann.
Bringen all diese Maßnahmen jedoch keine Erfolge, ist eine professionelle Psychotherapie ratsam. Durch intensive Gespräche und Behandlung der Trauminhalte mit einem Therapeuten kann dauerhaft Linderung geschaffen werden. Art und Dauer dieser Therapie ist idividuell abhängig. Der Patient gilt erst als geheilt, wenn Albträume bewältigt werden können. Dies erfordert Einlassen auf den Therapeuten und dessen Therapieverlauf, Überwindung und ständige Wiederholung erarbeiteter Lösungen.
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